Orchideen

Über die Königin der Blütenpflanzen muss man kein Wort verlieren. Gewaltig die Zahl der verschiedenen Arten und unglaublich auch die Formenfülle der bizarren Blüten.

Vielleicht aber doch eine Randnotiz bezüglich der Fortpflanzung der Orchideen.

Links: Cattleya rot

Ihre Samen, die in großer Menge produziert werden, sind mikroskopisch klein. Sie haben keine Nährstoffreserve (Endosperm) mitbekommen, die ihnen das Auskeimen ermöglichen würde. Einfaches Aussäen funktioniert also nicht. Deshalb gehen die Samen eine Symbiose mit Pilzhyphen ein, von denen sie quasi ernährt werden. Man kennt inzwischen die Nährstoffe, die die Orchideensamen brauchen.

Deshalb kann man sie auf sterilen Nährböden in Petrischalen durch Zusatz dieser Stoffe zum Keimen zu bringen. Das ist eine schwierige Prozedur.

Rechts: Cymbidium

Deshalb werden die Orchideen in Holland, wo die meisten Orchideen produziert werden, vor allem durch Gewebekultur vermehrt. Dabei werden Gewebestücke einem Orchideenstängel entnommen und durch Hormone, ebenfalls in Petrischalen, zum Weiterwachsen angeregt, bis hin zur fertigen Pflanze.

Links: Phalaenopsis

Cattleya weiß

Cymbidium hybrid

Phalaenopsis

Optisch macht die Vanill-Orchidee gar nichts her. Die Blüte verschwindet optisch im Grün der Laubblätter. Aber wirtschaftlich ist sie wegen des Inhaltsstoffs ihrer "Schoten", dem Vanillin, von großer Bedeutung. Abgesehen davon, dass Vanillin allen möglichen Süßspeisen zugesetzt wird, wird das Aroma von Schokolade durch Vanillin bestimmt. Ohne Vanillin riecht Schokolade nach "Nichts". Auf Madagaskar wird diese Kletterpflanze Vanilla planifolia in großem Maßstab an Bäumen kultivert. Bedauerlicherweise muss die Blüte per Hand bestäubt werden, weil ein Deckel unter dem Pollenpaket die Selbstbestäubung verhindert und die zur Bestäubung befähigten Bienen nur in Mexico, aus welchen Gründen auch immer, lebensfähig sind. Per Hand werden auf Madagaskar täglich 1000 Blüten bestäubt.
Im zweiten Bild sieht man eine eröffnete Blüte mit dem gelben Pollenpaket und dem darunter liegenden quadratischen"Schutzdeckel", der beim Übertragen des Pollenpakets angehoben oder entfernt werden muss.