Tee

Camellia sinensis 

Tee wollten wir auch unbedingt kultivieren, warm genug ist das Klima inTeneriffa. 

 

Aber damit hat es ein Weilchen gedauert. Pflanzen waren natürlich nicht verfügbar. 

 

Wieso Tee? Habt ihr denn keine Teebeutel? 

Die Samen aus dem Internet keimten nicht. Die Chinesen, von denen man annehmen könnte, sie wüssten Bescheid, schicken erbarmungslos wiederholt uralte, trockene Samen und geben sich dann ahnungslos, wenn man sich bei ebay beschwert. 

 

Unser Freund Domingo, der bei der ICIA (Instituto Canario de Investigaciones Agrarias) arbeitete, hat 1000 Samen zur Erntezeit im August in Indien bestellt, Assam und Darjeeling. Etwa 50 Samen haben gekeimt. 

 

Vor Ort in den Teeanbauländern werden die Samen geerntet um Öl, Kamelienöl, daraus zu pressen. Das Öl ist etwas dicklicher als Olivenöl, aber von gleicher Farbe. Es wird zum Kochen, zur Körperpflege und als Holzschutzmittel  ( ? ) verwendet. 

 

Domingo hat uns eine Reihe von Teepflanzen gegeben, die zunächst auch gut gewachsen sind, nach zwei Jahren aber das Wachstum eingestellt und die Blätter abgeworfen haben. Auch neue Pflanzen wurden bei uns wegen mangelnder Kulturanleitungen nicht glücklich. 

 

Die Recherchen im Internet ergaben nur lächerliche Ergebnisse 

wie : nicht zu feucht, nicht zu trocken, saure Erde, vorsichtig ( ? ) düngen und andere Gemeinplätze
Alles Quatsch, abgeschrieben von Abgeschreibsel.

 

Ich habe dann eine Professorin von der Universität in Täbriz kontaktiert – was erstaunlich flott funktioniert hat – und habe sie zu den Kulturbedingungen für Tee befragt. Sie hatte eine Reihe von Veröffentlichungen zum Thema Tee publiziert und mir auch rundraus Antwort gegeben.  

Ein Knackpunkt scheint die Stickstoffversorgung zu sein. 

Pflanzen nehmen normalerweise den Stickstoff aus dem Boden in Form von Nitrat auf, das in den Chloroplasten mit Hilfe der Lichtenergie in brauchbaren Aminostickstoff für die Eiweißsynthese umgewandelt wird.

 

Teepflanzen hingegen sind außerordentlich zimperlich und nehmen Nitrat nur ungern auf. Sie bevorzugen gleich den Aminostickstoff, wie er im Tiermist vorliegt und gleich verwendbar ist. Faulpelze!

Auch die Rhododendronerde, die im Handel als saure Erde verfügbar ist, reicht bezüglich ihres sauren Charakters nicht aus. Nach Jahren haben wir jetzt trotzdem einen kleinen Teegarten. Die Pflanzen sind sehr empfindlich und haben uns schon mal die Gefolgschaft gekündigt und wir mussten wieder bei Null anfangen. Man glaubts nicht: hier gedeihen sie nur auf reinem Torf und wir bewässern sie mit Regenwasser, das wir vom Dach der Garage in drei 1000L Tanks sammeln.

 

Aber bis man das umsetzt, geht Zeit ins Land. Und so ging es dahin. Trotzdem haben wir schon unseren eigenen Tee, grün wie schwarz, getrunken. Beide Sorten Grüner Tee und Schwarztee werden aus den gepflückten, grünen Spitzenblättern mit unterschiedlichen Verfahren hergestellt. 

Für den grünen Tee lässt man die Blätter nur welken, mit heißem Dampf oder in Woks über dem Feuer, und trocknet sie dann. 

Beim schwarzen Tee werden die Blätter nach dem Welken oder Rösten ( je nach Tradition ) gequetscht, gerubbelt oder gerollt, so dass Zellsaft austritt, der dann das „Bröselblatt“ an der Luft durch Oxidation schwarz färbt. 

Teeblüte

Teesamen

Grüner Tee

Bei der Oxidation des Tees...

... entstehen noch viele weitere Aromastoffe, die ihn deutlich aromatischer, als den etwas verhalten schmeckenden grünen Tee, machen. Bei letzterem sollte sich schon eine Zeremonie anschließen, damit man ihn auch gebührend würdigt.

 

Und wie sieht's mit dem Coffein aus ? Je nach gepflücktem Blatttyp enthält der Tee 2 – 4% Coffein und eine Spur Theobromin, einer verwandten Verbindung, die wiederum für den Kakao charakteristisch ist. Thein ist nur ein Phantasiename für das Coffein, als es mit der chemischen Analyse noch nicht so recht klappte.

 

Übrigens: Auf den Schwarztee kam man nur durch Zufall. Eine Schiffsladung grünen Tees „vergammelte“ auf der Überfahrt nach England und wurde schwarz. 
Weil aber Tee sehr teuer war, hat man ihn trotzdem probiert und, voilá, der Schwarztee war erfunden.