"Wir hatten eine Farm in  Afrika, am Fuße der Ngong Berge..."

So beginnt Tanja Blixens faszinierendes aber schwermütiges Epos 'Jenseits von Afrika'...

Herbert geh sofort runter von der Tastatur, du weißt doch, Fressen gibt es erst um halb sechs!!


Immer diese ungeduldigen Katzen!

Wo war ich? Ah ja, wir haben immer noch eine Farm am Fuße eines Vulkans und Jenseits von Afrika. Stimmt im Prinzip auch.

Halt nur ein paar Kilometer vor der afrikanischen Westküste. Die Ngong Berge sind´s nicht gerade, aber der Teide mit seinen 3718 m Höhe ist auch ein ganz imposanter Brocken. Und wie Tanja Blixen bauen wir am Fuße des Vulkans Kaffee an.


Gottseidank besteht keine Gefahr, dass uns Mau-Mau Rebellen die Farm anzünden. Wir haben ja auch keine Arbeiter-Sklaven und müssen alles selber machen.


Gut, ganz allein schaffen wir das auch nicht.

Aber wir haben eine Truppe von Freunden, die uns unter die Arme greifen, bzw. in die Kaffeebüsche und von morgens bis mittags die reifen, roten aber auch goldenen Kaffeekirschen pflücken. 
Dann allerdings dauert der gemütliche Teil nach dem Essen oft bis 5 Uhr, wo man in geselliger Runde rumsitzt, bis man die Bande hinauskomplementiert, weil die Kaffeekirschen noch verarbeitet und das Chaos in der Küche bereinigt werden muss.

Irgendwann muss man wohl anfangen, die turbulenten Ereignisse auf der Finca in Worte zu fassen.

Die Zeit vergeht hier so schnell, dass man Mühe hat sich an die vergangenen Tage zu erinnern. Und am Ende einer Woche frägt man sich, was denn so außer den üblichen Dingen wie die Werkzeugabteilung im Baumarkt LeRoy Merlin zu durchforsten, das Arbeiten im Feld und Brot und Butter im Al Campo zu kaufen, alles gewesen ist. 

Das hat nichts mit dem abendlichen Weinkonsum zu tun, als vielmehr mit den vielen Kleinigkeiten, mit denen man befasst war und durch die oft wesentliche Dinge im Gedächtnisspeicher homöopathisch verdünnt werden. Scharfes Nachdenken hat dann die gleiche Wirkung wie Phosphorus plus Silicea D32, nämlich gar keine.